The European: Der 2. Wettlauf ins All

Shownotes

Der erste Wettlauf ins All fand zwischen der Sowjetunion und den USA statt, der zweite zwischen China und den USA hat bereits begonnen. Von Rainer Zitelmann. Erschienen bei The European.

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00:00:03: Article, Zeitung zum Hören.

00:00:06: Der zweite Wettlauf ins All hat begonnen.

00:00:09: Diesmal zwischen den USA und China.

00:00:11: Von Rainer Ziedelmann.

00:00:13: Erschienen im The European.

00:00:16: Im ersten Rennen trat Washington gegen Moskau an.

00:00:20: Und ob siegte.

00:00:21: Heute geht es nicht nur darum, wer als erster wohl landet, sondern auch um Wirtschaft und Militärisches.

00:00:28: Und anders als damals hängt alles vom Privatsektor ab.

00:00:32: Der erste Wettlauf ins Alphand zwischen der Sowjetunion und den USA statt.

00:00:37: Der zweite zwischen China und den USA hat bereits begonnen.

00:00:41: Es geht diesmal um viel mehr.

00:00:43: Nicht nur um den Ruhm, wer zuerst ein Ziel erreicht oder um den Nachweis, welches System das bessere ist.

00:00:50: Es geht in dem neuen Wettlauf um ganz handfeste wirtschaftliche und auch militärische Interessen.

00:00:56: Und vor allem Anders als beim ersten Wettlauf entscheidet diesmal der private Sektor.

00:01:02: Dies sind die entscheidenden Botschaften des soeben erschienenen Buches, Red Moon Rising von Greg Ortry und Peter Navarro.

00:01:11: Ortry gehörte Zwei-tausendsechzehn dem NASA Agency Review Team für die Trump-Regierung an und war Zwei-tausendsebzehn vorübergehend Verbindungsperson zum Weißen Haus bei der NASA.

00:01:23: Auch Navarro arbeitete für Trump.

00:01:26: unter anderem als Director of Trade and Manufacturing Policy.

00:01:30: Das Buch soll ein Wegruf sein, die Bedeutung der Raumfahrt besser zu verstehen, sowohl für die Wirtschaft der USA als auch für das Militär.

00:01:40: Die Mondlandung am zwanzigsten Juli, neunzehntundundsechzig, so die Autoren, war eine historische Leistung, die jedoch ohne den Wettbewerb zwischen der UDSSR und den USA nie möglich gewesen wäre.

00:01:55: Nachdem die USA diesen Wettbewerb gewonnen hatten, fehlten klare Ziele in der Weltraumpolitik.

00:02:02: Für die verlorenen Jahre der bemannten Raumfahrt steht symbolisch das Space Shuttle, das auf der ganzen Linie scheiterte.

00:02:09: Die NASA rechnete damit, die Shuttles alle zwei Wochen fliegen zu lassen und teilte dem Kongress mit, dass jede Mission nur zehn Millionen Dollar kosten würde.

00:02:19: Die Kosten für die Nutzlast sollten neunzehnhundertzeihundsiebzig bei nur zweihundertfünfzig Dollar pro Kilogramm liegen.

00:02:26: Doch all das trat nie ein.

00:02:28: Am Ende, so schätzen die Autoren, kostete jeder Flug etwa eins Komma fünf Milliarden Dollar.

00:02:34: Und statt alle zwei Wochen flog das Space Shuttle nicht öfter als neunmal im Jahr.

00:02:39: Und nach der Challenger und der Columbia Katastrophe bei der vierzehn Menschen umkamen, flog das Shuttle für einige Jahre gar nicht.

00:02:48: Mangel an Fortschritten seit dem Ende von Apollo.

00:02:52: Fast jeder in der Space-Community ist frustriert über den Mangel an substanziellen Fortschritten in der Raumfahrt seit dem Ende von Apollo.

00:03:00: Heute unternehmen ein paar kühne Träume etwas dagegen.

00:03:04: Freie Märkte und Unternehmertum sind Amerikas wahre Weltraumwaffen, heißt es in dem Buch.

00:03:10: China habe die zentrale Bedeutung des Weltraums sowohl für die Wirtschaft als auch für das Militär erkannt.

00:03:16: So betonen die Autoren immer wieder und führen dafür viele Belege an.

00:03:21: Aber sie fügen hinzu, das zweite Weltraumrennen zu gewinnen, ist eine Frage des privaten Sektors.

00:03:29: Wir werden China nicht in einem Wettbewerb großer staatlicher Programme schlagen.

00:03:34: Die kommerzielle Raumfahrt ist Amerikas beste Waffe.

00:03:38: Chinas Schwachstelle bleibt die mangelnde Kreativität und Innovation.

00:03:43: Diese sei nicht staatlich zu verordnen, sondern können nur in einem kapitalistischen System gedeihen.

00:03:50: Das ist an sich richtig.

00:03:52: Aber auch Peking hat den Erfolg von Elon Musk genau beobachtet.

00:03:56: Und die Raumfahrt in China ist inzwischen nicht mehr nur staatlich, sondern es gibt heute über vierhundert private chinesische Space-Unternehmen, die versuchen, den privaten Raumfahrtunternehmen in den USA nachzueifern.

00:04:10: Es wird sich erst noch zeigen, Ob in Chinas Politik, wie in den letzten Jahren zunehmend zu beobachten, die staatliche Einmischung dominiert oder ob privaten Raumfahrtunternehmen doch ein größerer Spielraum gewährt wird.

00:04:25: Umso wichtiger ist es, und hier kann man den Autoren uneingeschränkt zustimmen, dass in den USA bürokratische Hürden, die die Entwicklung der privaten Raumfahrt behindern, radikal abgebaut werden.

00:04:39: Ein Beispiel seien die Testflüge für die gigantische Starship-Rakete von Elon Musk.

00:04:45: Als SpaceX seinen Antrag auf Starterlaubnis einreichte, erhielt die FAA achtzehntausend öffentliche Kommentare zu den Umweltauswirkungen.

00:04:55: Die Einsender sorgten sich um alles Mögliche, von der Fortpflanzung von Vögeln bis hin zu Artefakten aus dem Bürgerkrieg.

00:05:04: Die Bearbeitung dieser Kommentare verschlang Ressourcen, Geld und Zeit.

00:05:08: Die Gegner des Fortschritts wissen, dass sie ein Projekt in Amerika zu Tode papieren können.

00:05:15: Aber behördliche Verzögerungen und öffentliche Bedenken werden Chinas Starship-Klon nicht aufhalten.

00:05:22: Raumfahrt braucht klare Ziele.

00:05:25: Auch private Unternehmen wie SpaceX erhalten staatliche Aufträge in den USA.

00:05:30: Aber diese sind wesentlich billiger als die klassischen staatlichen Programme.

00:05:35: Nachdem die ersten drei Raketenstarts von Musk gescheitert waren, war er, mit dem vierten Start der Falken I, erfolgreich und erhielt danach einen Einz, sechs Milliarden Vertrag mit der NASA für zwölf Flüge zur internationalen Raumstation ISS.

00:05:53: Der Großteil der Mittel, die in die SpaceX Falkon IX Rakete und die Dragon Capsule investiert werden, würde aus privaten Quellen stammen.

00:06:00: Es wäre das bei weitem am wenigsten expansive und effektivste Raumfahrt-Programm, an dem die NASA je beteiligt war.

00:06:08: Tatsächlich, so ergänzt Weltraumexperte Eugen Reichel, war es sogar noch besser, als die Autoren schreiben.

00:06:15: Was als Zuschuss gedacht war, hat SpaceX ausgereicht, um die Entwicklung vollständig durchzuführen.

00:06:22: Die Raumfahrt, so Autry und Navarro, müsse klare Ziele haben.

00:06:27: Es gehe nicht darum, wie bei der ersten Mondlandung eine Flagge und einige Fußstapfen auf dem Mond und dann auf dem Mars zu hinterlassen, sondern es gelte eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond und dem Mars aufzubauen.

00:06:41: Wenn die USA es nicht täten, würden es die Chinesen mit Sicherheit tun.

00:06:48: Das war der Hörartikel.

00:06:50: Der zweite Wettlauf ins All hat begonnen.

00:06:53: Diesmal zwischen den USA und China.

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