Welt: Zehn gute Gründe, mehr Sport zu treiben
Shownotes
Welche Effekte sich erzielen lassen und welche Art von Bewegung es dazu braucht. Von
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00:00:06: Article.
00:00:07: Zeitung zum Hören.
00:00:09: Zehn richtig gute Gründe mehr Sport zu treiben.
00:00:13: Von Jörg Zittlau.
00:00:15: Erschienen in der Welt am Sonntag.
00:00:18: Man kann eine Menge dafür tun, um sich fit zu halten und Krankheiten vorzubeugen.
00:00:23: Ein Rezept für mehr Gesundheit.
00:00:25: Bewegung, Ausdauer und Krafttraining.
00:00:29: Ein Überblick.
00:00:31: Geringeres Krebsrisiko.
00:00:34: Sport wirkt in vielerlei Hinsicht präventiv und kann auch vor Krebserkrankungen schützen, weil sich so die Durchblutung im Körper verbessert und die Immunabwehr trainiert wird.
00:00:44: Ein internationales Forscher-Team belegte in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine für Freizeitsportler ein um zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent niedrigeres Risiko für verschiedene Krebsleihen.
00:00:57: Vom Bauchspeicheldrüsen und Nierenkarzinom über Magen und Darmkrebs bis hin zu Leukämie.
00:01:04: Nur ihr Risiko für schwarzen Hautkrebs liegt um siebenundzwanzig Prozent höher.
00:01:10: Sportler halten sich öfter im Freien und in der Sonne auf, erklärt Studienleiter Steven Moore vom US-Amerikanischen National Cancer Institute.
00:01:19: Für die Analyse wurden die Gesundheitsdaten von eins, vier, vier Millionen Erwachsenen verglichen.
00:01:25: Und weitere Studien zeigen, das bereits ein zügiger Spaziergang täglich von Vorteil ist.
00:01:31: Brustkrebs überlebende Beispielsweise hatten ein sechzig Prozent geringeres Sterberisiko.
00:01:38: Dichte Knochen Ende des neunzehnten Jahrhunderts erkannte der Berliner Anatom und Chirurg Julius Wolf bereits, dass die Dichte von Knochen durch deren Beanspruchung zunimmt.
00:01:49: Mittlerweile ist bekannt, dass dies vor allem für elastische, federnde Bewegungen gilt, also für Laufen und Seilhüpfen, mehr als für Radfahren oder Schwimmen.
00:01:58: Und wie sieht es mit dem Hüpfen auf einem Minitrampolin aus?
00:02:02: Das nutzt offenbar in erster Linie jüngeren Menschen, während ältere Frauen mit beginnenden Knochen schwund Osteoporose laut einer aktuellen brasilianischen Studie eher von einem abwechslungsreichen Training profitieren.
00:02:16: Zwei bis dreimal pro Woche jeweils forty-fünf Minuten.
00:02:19: Durch Übungen, die gleichermaßen Ausdauer, Gewicht, Kraft und Beweglichkeit ansprachen, verbesserten sich sowohl Knochendichte als auch Gangstabilität.
00:02:30: Gedächtnisstütze.
00:02:31: Trainierte Muskeln setzen größere Mengen des Bodenstoffs irisienfrei und dieser stimuliert im Gehirn den wichtigen Nervenwachstumsfaktor BDNF.
00:02:42: Dies könnte mit ein Grund dafür sein, dass Kinder, die sich mehr bewegen, eine bessere, kognitive Entwicklung zeigen, sagt Sportmediziner Ottmar Moser von der Universität Bayreuth, Welt am Sonntag.
00:02:54: Aus diesem Zusammenhang lassen sich womöglich auch neue Ansätze für die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen ableiten.
00:03:02: Außerdem entdeckte die Neurologin Kattelin Casaletto von der University of California mit Kollegen, dass in den Gehirnen sportlich aktiver Senioren mehr präsynaptische Proteine vorhanden sind, was den Informationsfluss zwischen den Nervenzellen fördern dürfte.
00:03:19: Aber die für Alzheimer typischen Plax fanden sich in geringeren Mengen im Vergleich zu den inaktiven.
00:03:26: Geschmeidige Gelenke.
00:03:27: Profifußballer und andere Leistungssportler müssen zwar häufiger mit einem Gelenkverschleiß rechnen, besonders in den jeweils stark belasteten Körperregionen.
00:03:37: Doch grundsätzlich gilt, Bewegung schützt vor Atrose.
00:03:41: Dadurch wird der Knorpel nämlich besser mit Nährstoffen versorgt und vor Schäden geschützt.
00:03:46: Die so aufgebaute Muskulatur fängt zum Beispiel Stöße ab.
00:03:50: Wie hilfreich das ist, zeigt eine Langzeitstudie der Northwestern University in Chicago.
00:03:56: Mediziner haben bei knapp twelvehundert Frauen und Männern über zehn Jahre hinweg beobachtet, ob sie an einem schmerzhaften, entzündlichen Verschleiß der Kniegelenke gonatrose genannt erkranken.
00:04:08: Die Probanden gehörten zu Risikogruppen und wurden im Studienverlauf mehrfach untersucht sowie zu ihren Aktivitäten befragt.
00:04:16: Am Ende waren mehr als fünfzehn Prozent der Teilnehmer erkrankt, die keinen Sport trieben.
00:04:22: während es nur neun Prozent jener Betraf, die sich drei bis vier Mal pro Woche sportlich betätigten.
00:04:28: Gesunder Rücken.
00:04:30: Schonung und Bettruhe mit Stufenlagerung wurden früher den Patienten mit Rückenschmerzen empfohlen.
00:04:36: Heute beruht die Therapie stattdessen auf Bewegung, sorgfältig dosiert.
00:04:41: Dadurch nimmt die Muskelkraft zu, die Körperhaltung verbessert sich, gleichfalls werden Beweglichkeit und Stabilität gefördert.
00:04:49: Außerdem verringert Sport die persönliche Schmerzwahrnehmung und die Angst vor Bewegungen.
00:04:55: Tun aber tatsächlich alle Sportarten dem Rücken gut?
00:04:59: Um diese Frage zu beantworten, hat eine schwedische Forschungsgruppe knapp drei Tausend Fünfhundert Studien gesichtet, von denen Fünfhundvierzig systematische Analysen eine akzeptable Qualität hatten.
00:05:11: Wie die Neurobiologen des Karolinska Instituts zwei Tausend Zweiundzwanzig im Fachblatt BMC berichteten, können Pilates, Yoga ein kontrolliertes Krafttraining sowie Tai Chi und Kigong als rückenfreundlich gelten.
00:05:25: Das sei jedoch kein Ausschlusskriterium für andere Sportarten betonen sie.
00:05:30: Letztlich müsse jeder für sich selbst herausfinden, was den Rücken vorsichtig stärkt.
00:05:36: Kraftvolles Herz.
00:05:38: Spaziergang, Stretching mit Bürostuhl und andere moderate Aktivitäten genügen leider nicht, soll der Herzmuskel trainiert werden.
00:05:46: Sportler haben ein deutlich niedrigeres Risiko, einen Infarkt zu erleiden, was sie einem kräftigen Herzen und dementsprechend niedrigen Ruhepulz zu verdanken haben.
00:05:56: Falls sie es trotzdem treffen sollte, haben sie bessere Erholungs- und Überlebenschancen als Untrainierte.
00:06:03: Eine Forschergruppe der University of Sydney hat kürzlich herausgefunden, dass sich das Risiko an einem Herzkreislauf leiden zu sterben, um bis zu vierzig Prozent senken lässt, durch zwanzig Minuten intensiven Sports pro Woche absolviert in zwei-minütigen Einheiten.
00:06:19: Puls- und Körpertemperatur müssen dabei richtig hochgehen, etwa durch Treppensteigen über fünf Etagen oder eine Sprint- oder Bergeinlage beim Radfahren.
00:06:30: Leichter Gewicht halten.
00:06:32: Nicht nur während des Trainings, sondern auch danach ist der Kalorienverbrauch erhöht, weil der Körper auf die Irritationen in Folge der Belastung reagieren muss.
00:06:42: Dieser sogenannte Afterburn-Effekt, wie Theo Stemper von der Universität Wuppertal erklärt, wirke nachhaltiger, je intensiver die Aktivitäten sein.
00:06:51: Nach einer leichten Wanderung gibt es keinen sonderlich Nachbrenneffekt, sagt der Sportwissenschaftler.
00:06:57: Es müssen schon zwischen sechzig und neunzig Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit abgerufen werden und das für mindestens dreißig Minuten.
00:07:06: Alternativ dazu bieten sich auch kürzere Episoden an.
00:07:10: Laut einer Studie der University of Wisconsin ist der Afterburn-Effekt besonders hoch nach einem high-intensive Intervalltraining, kurz HIT, bei dem sich dreißig Sekunden der intensiven Belastung mit weniger dreißig Sekunden abwechseln.
00:07:25: Das ist beispielsweise zu erreichen, indem Jogger mal im Sprint und mal im gemächtlichen Dauerlauftempo ihre Strecke absolvieren.
00:07:34: Niedriger Blutzucker.
00:07:36: Ausdauersport ist für die Prävention sowie Therapie von Diabetes bedeutsam, weil sich dadurch der Energieverbrauch erhöht und die Körperzellen besser auf das Stoffwechselhormon Insulin ansprechen.
00:07:48: Krafttraining zum Beispiel mit Handeln kann jedoch ebenfalls hilfreich sein.
00:07:53: So stellen Präventionsforscher der Harvard Medical School in Boston in einer Übersichtsstudie fest, dass bereits ein bis zweieinhalb Stunden Kraftsport pro Woche das Risiko für Diabetes Typ II um bis zu dreißig Prozent senken können.
00:08:10: Dieser sei genauso wichtig wie Ausdauersport, sagt Ernährungsmediziner Stefan Kress, Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Diabetes, Sport und Bewegung.
00:08:24: Auch ein Training mit Gewichten bringe Muskelzellen dazu, mehr Insulin aus dem Blut aufzunehmen und folglich Zucker.
00:08:34: Ein Vorscherteam um Jeffrey Woods von der University of Illinois ließ für eine Studie, zweiunddreißig Testpersonen sechs Wochen lang ein Ausdauerprogramm absolvieren, bestehend aus drei Einheiten pro Woche für jeweils dreißig bis sechzig Minuten.
00:08:50: Vorher, nachher und noch einmal sechs Wochen später untersuchten die Forscher die Darmflora ihrer Probanden.
00:08:56: Wie sich zeigte, hatte das Training bei Schlanken, nicht aber den übergewichtigen Teilnehmern, unter anderem die positive Folge, dass sie nun erheblich mehr Darmbakterien besaßen, die für die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren zuständig sind.
00:09:11: Und diese sind nicht nur Entzündungshemmend, sondern insgesamt von Vorteil für die Darmgesundheit.
00:09:17: Was die US-Forscher allerdings bedauerlich fanden, sechs Wochen nach Ende des Sportprogramms war von dem Effekt auf die Darmflora kaum noch etwas zu bemerken.
00:09:27: Ein Motiv weiterzumachen.
00:09:30: Weniger Ängste.
00:09:32: Während Angstzuständen schlägt das Herz schneller, was das mulmige Gefühl dann nur noch verstärkt, sodass sich Furcht und Puls immer weiter hochschaukeln.
00:09:41: Sport bietet einen Ausweg aus diesem Teufelskreis weil ängstliche Menschen dabei spüren, dass ein beschleunigter Puls an sich nicht bedrohlich ist und sie können sich auf diese Weise nach und nach daran gewöhnen.
00:09:54: Ein interdisziplinäres Team von der Universität in Glasgow fand in einer Analyse der Daten von mehr als hundertsechzigtausend Frauen und Männern heraus, dass ein kräftiger Händedruck, also mehr Muskelkraft, mit weniger Ängsten und Depressionen einhergeht.
00:10:10: Vielleicht, weil das Training die Konzentration vorteilhafter Bodenstoffe im Gehirn erhöht und die von problematischen Entzündungsfaktoren wiederum senkt.
00:10:19: Das Selbstwertgefühl gewinnt ebenfalls.
00:10:22: Wer beim Sport zuparken und schwer Lasten bewegen kann, wird sich auch im Alltag mehr zutrauen.
00:10:30: Das war der Hörartikel, zehn richtig gute Gründe, mehr Sport zu treiben.
00:10:36: Gelesen von Sörenhahn für Article.
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